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Das schreibt die Presse...

Amüsantes „CrimeTime“-Special mit vier Gießener Autoren

02.04.2011 - GIESSEN


(lx). Was zieht man denn bei einer Lesung an? Einen schwarzen Anzug? Einen weißen Rollkragenpullover? Solche Gedanken schwirrten dem Gießener Autor Hans Schneider alias Hermann Henn so durch den Kopf als er sich auf seine erste Autorenlesung vorbereitete. Diese bestritt er gemeinsam mit den Gießener Autorinnen Regina Appel, Sibylle Merkel und Martina Grundke.

Bei einer Spezialausgabe der monatlichen „Crime Time“-Lesungen, die ebenfalls im Café Zeitlos stattfinden, bot die Buchhandlung Miss Marple’s, unter der Leitung von Birgit Hohmann, vier Gießener Autoren eine Plattform, um ihre Werke vorzustellen.

In heimeliger Dichter- und-Denker-Wohnzimmeratmospähre eröffnet Hans Schneider mit zwei Auszügen aus seinem Erstlingswerk „Mord am Schwanenteich“ den Abend und stellt den gespannten Zuhörern die Leiterin des Kommissariats K11, „dem Kommissariat für Tötungsdelikte, was intern auch als Königskommissariat bezeichnet wird“, Silke vor. Manchmal nüchtern, manchmal detailliert erzählt er von ihrem ersten Tatort, wie auch vom ersten Betriebsausflug und kündigt auch gleich schon Silkes nächsten Fall - und damit sein geplantes nächstes Werk „Der Tod sitzt mit am runden Tisch“ - an.

Am eckigen Tisch neben dem Hobbyautor sitzt Martina Grundke, zwar ohne Krimi und ohne Grübeleien über die Kleiderfrage, doch dafür mit einer persönlichen Kurzgeschichte über ihre Beziehung zum „Spiel mit den Worten“. So prägten sie in ihrer Kindheitszeit die Worte ihrer Großmutter: „ ‚Tini, lies doch langsam, dann hast du mehr von dem Buch‘. So habe ich dann auch das Rationalisieren von Buchstaben gelernt. Vielleicht betrachte ich jeden deshalb noch als köstlich?“

Selbstreflektiert steigt auch Sibylle Merkel, die mit Martina Grundke als Schreibschwester agiert, in ihre Kurzgeschichten ein. Alltagsnah breitet sie eine Themenpalette aus von Jugendsehnsüchten über Gespräche mit der „Frau von der Bank“ bis hin zur Inkontinenz, bei der immer alles auf das Gleiche „hinausläuft“. Auch das Kleiderthema greift sie auf, als sie von coolen karierten Hüten beim Stadtbummel mit dem frühpubertären zwölfjährigen Sohn berichtet.

Ans Anziehen denkt die Vierte im Bund, Regina Appel, nicht, im Gegenteil. Sie schwärmt von einem „stummen, nackten Gehilfen“, der in Adonisfigur ihre Seife und das Badehandtuch hält und begibt sich mit ihren Freundinnen bei einem „Mädelsabend“ auf die Mission „Gips dir einen Mann“. Charmant schildert sie die Tücken eines solchen Vorhabens. Ebenso komisch wie auch tragisch stellt sich ihre zweite Geschichte über die plötzliche Baustellenafinität ihres Mannes Rainer dar. Anfangs unterstützt sie die neue Leidenschaft ihres Gatten noch. Doch schon bald nimmt der Alltagskrimi seine schicksalhafte Wendung.

Erneute Gelegenheiten für Gießener Hobby- und Neuautoren ihre Werke vorzustellen, soll es Birgit Hohmann zufolge, zukünftig in lockerer Folge geben. In der Zwischenzeit setzt sich die reguläre Leseserie „CrimeTime“ am Mittwoch, 6. April, abermals mit einem Special fort. Dann wird Ella Theiss Auszüge aus ihrem historischen Roman „Die Spucke des Teufels“, ebenfalls im Café Zeitlos, präsentieren.

Sorgen für heitere und spannende Stunden: Regina Appel, Sibylle Merkel, Martina Grundke und Hans Schneider (v. l.).  	Foto: Jax

Sorgen für heitere und spannende Stunden: Regina Appel, Sibylle Merkel, Martina Grundke und Hans Schneider (v. l.). Foto: JaxVergrößern



Charlotte Schwab liest im Mathematikum

12.06.2010

Etwa 130 Gäste haben an diesem Samstagabend den Weg in den Veranstaltungsraum des Mathematikums gefunden, doch wer die Augen schließt, spürt davon nichts. Es ist mucksmäuschenstill im Saal, und nur die sanfte, facettenreiche und ausdrucksvolle Stimme von Schauspielerin Charlotte Schwab ist zu hören.
 
 
 
 Gut gelaunt im Mathematikum: Charlotte Schwab.	(Foto: olz)
Gut gelaunt im Mathematikum: Charlotte Schwab. (Foto: olz)
 
 
 
 
 
Im Rahmen der gemeinsam vom Bettenhaus Röhr und der Buchhandlung Miss Marple’s veranstalteten Reihe »Lesen im Museum« gibt sie unter dem Motto »...aber makaber! Ungewöhnliche Geschichten« zwei Texte von Altmeister Roald Dahl zum Besten.

Schwab zelebriert die Erzählungen »Gelee Royale« und »Mrs. Bixby und der Mantel des Oberst« förmlich und haucht ihnen echtes Leben ein. Die Geschichten erwachen beim Zuhören zu bildhaftem szenischem Geschehen, der Spannungsbogen mit seinen Pointen ist wunderbar herausgearbeitet, und auch die Dialoge sind authentisch. Dafür gibt es eigentlich nur einen Ausdruck: ganz große Rezitationskunst, die in dieser ausgereiften Form auch unter Profis nicht selbstverständlich ist. Mehr kann man sich von einer Lesung nicht wünschen, und das dürfte auch das Publikum so gesehen haben. Wer sich davon überzeugen will, braucht sich jetzt nur die Gesichter im Saal anzuschauen und wird dabei feststellen, dass jedermann hochkonzentriert lauscht. Und als die Pause schließlich gekommen ist, erhält die Künstlerin mit begeistertem und minutenlangem Applaus ihren mehr als verdienten Lohn.

Kurzum: Das Warten auf die Lesung, zu der die beiden Veranstalter Birgit Hohmann (Buchhandlung Miss Marple’s) und Carsten Rummer (Bettenhaus Röhr) eigentlich schon im April geladen hatten, hat sich gelohnt. Seinerzeit musste der Leseabend mit der Schauspielerin, die unter anderem aus der ZDF-Krimireihe »Das Duo« und als Chefin in der RTL-Actionserie »Alarm für Cobra 11« bekannt ist, aus verkehrstechnischen Gründen abgesagt werden. Umso größer war die Freude, dass - nach Auftritten von Hannelore Hoger und Nicole Heesters - die mittlerweile dritte Lesung im Rahmen von »Lesen im Museum« am Samstag nachgeholt werden konnte.

Wie gewohnt war auch dieser Termin hochkarätig besetzt, denn Schwab ist nicht nur durch ihre zahlreichen Fernsehauftritte bekannt, sondern hat nach Abschluss ihrer Ausbildung am Konservatorium für Musik und Schauspiel in Bern bereits seit den siebziger Jahren eine erfolgreiche Theaterlaufbahn in der Schweiz und in Deutschland absolviert. In den Genuss dieser langjährigen Erfahrung kamen die Gäste im Mathematikum, die sich von der 57-jährigen Schweizerin in den Mikrokosmos der Literatur entführen ließen.

Genauer gesagt in den Roald Dahls (1916 bis 1990), der neben zahlreichen Romanen und Kurzgeschichten auch das Drehbuch zum James-Bond-Klassiker »Man lebt nur zweimal (1967)« verfasst hat. Seinen beiden makaberen Geschichten um einen Bienenzüchter, der seinen unterernährten Säugling mit der Bienennahrung Gelee Royale aufpäppelt, und eine Frau, die in Erklärungsnöte gelangt, als ihr der heimliche Geliebte einen Mantel schenkt, lieh Schwab ihre Stimme. Und zwar mit Bravour, Eleganz und absoluter Textsicherheit - in einem Wort: Klasse.

Insgesamt ein rundum gelungener Abend, der mit einem Sektempfang im Mathematikum in einen würdigen Rahmen gefasst war. Alle die, die Lesung verpasst haben, können die Texte im Band »Küsschen, Küsschen! Elf ungewöhnliche Geschichten« von Dahl (erschienen bei »rororo«) nachlesen. Auf die erstklassige Rezitationskunst Charlotte Schwabs müssen sie dabei jedoch leider verzichten.


"24 Stunden aus dem Leben einer Frau" – Nicole Heesters liest Stefan Zweig im Mathematikum

19.09.2009

 
Giessener Zeitung
Gießen | Am Samstag, 19.September, hielten die Veranstalter "Buch & Bett" und das Mathematikum- inzwischen bekannt für sein vielfältiges Angebot an kulturellen Veranstaltungen- ein besonderes Highlight für die literarisch interessierten Gießener bereit. Die Film- und Theaterschauspielerin Nicole Heesters , Tochter von Johannes Heesters aus dessen ersten Ehe, wurde einem breitem Publikum bekannt als erste Tatort-Kommissarin „Buchmüller", die sie seit 1978 dreimal verkörperte und durch Filmklassiker wie „Drei Männer im Schnee". Sie las aus dem Werk von Stefan Zweig die melancholische Novelle "24 Stunden aus dem Leben einer Frau".

Unter dem Namen "Buch & Bett" veranstalten die beiden Gießener Birgit Hohmann, Inhaberin der Buchhandlung Miss Marple´s und Carsten Rummer vom Bettenhaus Röhr seit 2007 Lesungen im Raum Gießen. Beide gehören wie das Mathematikum auch zur IG- Bahnhofstraße. Im Frühjahr bereits luden "Buch & Bett" unter dem Motto "Lesen auf der Burg" auf die Burg Gleiberg ein. Die als Kommissarin "Bella Block" und zahlreiche Hörbuchproduktionen bekannte Schauspielerin Hannelore Hoger las damals u.a. aus dem Werk von Patricia Highsmith vor.

Am Samstag hatte man sich nun zum "Lesen im Museum" eingefunden. Das überwiegend weibliche Publikum wartete, gestärkt durch einen Begrüßungsprosecco, gespannt auf die Darbietung von Nicole Heesters und wurde nicht enttäuscht. Frau Heesters hatte für den Abend eine Novelle ausgewählt, die sie selbst zwar schon als junge Frau zum ersten mal gelesen, aber „erst in reiferen Jahren„ wirklich begriffen hätte. In Stefan Zweigs "24 Stunden aus dem Leben einer Frau" schildert der Autor sehr leb- und bildhaft das Wechselbad der Gefühle in das eine Witwe in reiferen Jahren eintaucht, als ihr Leben durch die zufällige Begegnung mit einem jüngeren Fremden ins Wanken gerät. Der leidenschaftliche Vortrag von Frau Heesters zog das Publikum von der ersten Minute an in seinen Bann und bei der vielleicht einzigen komischen Stelle, lachte das Publikum unisono erleichtert auf, da sich die aufgebaute Spannung nun ein wenig lösen konnte. Nach eineinhalbstündigem Vortrag war Frau Heesters verdienter Applaus sicher. Die Veranstalter bedankten sich bei ihr noch in besonderer Weise für den gelungenen Abend und überreichten ihr ein Portrait, das die Gießener Künstlerin Lena Will von ihr angefertigt hatte. Die 72jährige Schauspielerin war sichtlich gerührt und versicherte, sie sei bisher noch nie gemalt worden. Anschließend signierte sie bereitwillig den vielen sich inzwischen auf die Bühne drängenden Besuchern deren am Abend im Mathematikum erworbenen oder mitgebrachten Bücher.

 
Nicoel Heesters signiert nach der Lesung im Mathematikum
Nicoel Heesters signiert... 
Nicole Heesters liest Stefan Zweigs Novelle "24 Stunden aus dem Leben einer Frau"
Nicole Heesters liest... 

 

 

 

Hannelore Hoger - Werberin für die Literatur

17.04.2009

Wettenberg/Gießen (ar). Das Gießener Veranstalter-Duo »Buch & Bett« in Person von Birgit Hohmann und Carsten Rummer hat seinen ersten Coup gelandet und mit Hannelore Hoger eine starke Stimme für ihre Crime Time in die Region geholt. Die Geschäftsführer des Buchladens »Miss Marple’s« und von »Betten Röhr« bieten schon länger monatliche Leseabende an, die sich guten Zuspruchs erfreuen, aber besonders Hohmann hatte daneben vorgeschwebt, etwas Größeres in Angriff zu nehmen.

 
 
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Die Burg Gleiberg bot sich geradezu an, um einen stimmungsvollen Leseabend mit kriminellen oder gruseligen Akzenten aus der Literatur zu inszenieren. Innerhalb kurzer Zeit waren die 250 Karten für den Abend vergriffen. Wie auf Stichwort machte der fast schon sommerlich anmutende Frühling der letzten Tage Pause: Nass und kühl war es an diesem Freitagabend, und Dunst umgab die Burg. Man konnte sich durchaus in britischen Gefilden wähnen. Das richtige Krimiwetter also.

Hannelore Hoger wurde mit kräftigem Vorschussapplaus empfangen, denn die Schauspielerin war vielen durchaus nicht nur als Darstellerin der TV-Kommissarin Bella Block bekannt. Sie hat ihre Stimme in etlichen Hörspielproduktionen und Hörbüchern zum Einsatz gebracht. Sie kann damit ängstlich oder zart piepsen, kollernd irre lachen und nahezu maskulin tief brummen - ein wunderbar geschultes Werkzeug für einen Krimiabend bei Kerzenschein.

Zum Auftakt las Hoger aus Patricia Highsmiths »Der Schneckenforscher«. Highsmiths Figuren, so wurde zur Einführung sehr schön erklärt, brechen gern mit den festgefahrenen Strukturen und verirren sich schließlich in grotesken Situationen, die nicht selten fatal enden. Während aber Highsmith und ganz sicher auch Roald Dahls »Weg gen Himmel« nicht ohne hintergründigen, schwarzen Humor auskommen, nahm sich dagegen Edgar Allen Poés »Verräterisches Herz« ausgesprochen düster aus.
Hannelore Hoger jedoch ließ den allzu wahnsinnigen Erzähler selbstgefällig lachen, und das hatte zweifelsohne seinen erheiternden Unterhaltungswert. Mit Friedrich Hebbels Kurzgeschichte »Die Kuh« machte sich gegen Ende noch einmal richtig düstere Stimmung breit.

Brigit Hohmann und Hannelore Hoger erklärten im anschließenden Gespräch, dass die Zusammenarbeit komplikationslos zustande kam. Hoger hatte das Programm selbst zusammengestellt und sie schätze es sehr, wurde unterstrichen, dass durch Veranstaltungen wie diese wieder mehr Menschen ans Lesen herangeführt würden. »Ich lese gern in Buchläden, auch vor kleinem Publikum.« Birgit Hohmann hofft, zweimal im Jahr einen Lesung dieser Größenordnung anbieten zu können. „Wenn alles klappt die nächste im Herbst - und sehr gern dann wieder hier auf Burg Gleiberg.«

Den nächsten Leseabend von »Buch & Bett« in »Miss Marple’s« Buchladen gibt es bereits am Dienstag, 28. April, um 19.30 Uhr: »Die Geheimnisse von Paris«. Zu erwarten ist ein kriminalistischer Abend mit Privatdetektiv Nestor Burma, einer Figur des französischen Autors Léo Malet, der dieser Tage seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte.

 


 

Giessener Anzeiger, 20.04.2009

20.04.2009
 
Von Edgar Allan Poe bis Patricia Highsmith

Hannelore Hoger eröffnet neue Lese-Reihe und fesselt 250 Zuschuaer im ausverkauften Rittersaal der Burg Gleiberg mit Krimi- und Schauerliteratur

WETTENBERG (ee). Einen "schaurig schönen Abend" wünschte Birgit Hohmann von der Buchhandlung Miss Marple´s den 250 Zuhörern im restlos ausverkauften Rittersaal der Burg Gleiberg auch im Namen ihres Mitveranstalters Carsten Rummer vom Bettenhaus Röhr für die Lesung mit Hannelore Hoger. Und damit hatte Hohmann schon einiges vorweg genommen, wenn auch wohl die Mehrzahl im Saal dies noch als eine allgemeine Begrüßungsfloskel abtat. Um es schon einmal vorweg zu nehmen, die zweieinhalbstündige Lesung von Hoger war nichts für zart besaitete Zuhörer, denn die vor allem durch ihre Rolle als Kommissarin "Bella Block" bekannte Theater- und Filmschauspielerin hatte Krimigeschichten von Edgar Allan Poe, Patricia Highsmith, Roald Dahl und Friedrich Hebbel ausgewählt, die so gar nicht als "reiner Krimi" gelten, sondern auch mit schon im Gruselgenre angesiedelt sind.
Mit der Verpflichtung Hogers erfüllte sich Hohmann nach eigenen Worten einen langgehegten Wunsch und startete mit dieser Premierenveranstaltung "Lesen auf der Burg" eine neue Reihe. Bereits seit zehn Jahren veranstalten Hohmann und Rummer in der Bahnhofstraße in Gießen erfolgreich kriminalistische Abende, die nun durch zweimal jährlich stattfindende Leseabende auf der Burg Gleiberg erweitert werden sollen. Im Rittersaal sollen bekannte Persönlichkeiten aus ihren Lieblingsbüchern lesen.
Mit Hoger bewiesen die Veranstalter zum Auftakt sogleich ein glückliches Händchen, denn die auch als Theaterregisseurin wirkende 66-Jährige verstand es die Zuhörer zu fesseln und zugleich auch mit einer originellen Begrüßung zu überraschen, denn nicht etwa ein Zitat oder eine Anekdote, sondern eine Geburtstagsgratulation für eine Zuhörer stand am Anfang des unterhaltsamen Abends.
Hannelore Hoger sitzt an ihrem Tisch auf der kleinen Bühne und die Zuhörer warten gespannt was denn da nun kommt. Mit dem für Patricia Highsmith eher untypischen "Schneckenforscher" begann sie ihre Lesung und verlieh der Geschichte um Mr. Peter Knoppert, der als Hobby Schnecken züchtet eine Stimme. Was zunächst als schönes und faszinierendes Hobby für Mr. Knoppert darstellt erweist sich dann als eine unüberschaubare Angelegenheit, denn er hat nicht damit gerechnet wie schnell und zahlreich sich seine glitschigen Freunde vermehren können und wie verhängnisvoll diese kleinen Tierchen sein können. Wüßte man es nicht, es könnte auch eine Geschichte von Dahl sein, von dem Hoger die Geschichte ("Der Weg zum Himmel")von der von ihrem Mann in 30 Ehejahren stets mit kleinen Bosheiten schikanierten Mrs. Foster liest, die vor dem Besuch ihrer Kinder in Paris das Spiel ihres Mannes endlich durchschaut und dabei mit dem Fahrstuhl im Haus einen Verbündeten findet.
Zuvor hatte Hoger mit "Das verräterische Herz (auch: "Das schwatzende Herz" einen Klassiker der Schauerliteratur von Edgar Allan Poe vorgelesen, die von einem Mord handelt, das der Ich-Erzähler an einem alten Mann mit einem "Geierauge" verübt.
Dieses blassblaue Auge des Alten lässt dem Erzähler das Blut in den Adern gefrieren. Er tötet den Alten, zerstückelt die Leiche und verbirgt die Teile unter dem Boden - und dann klingeln drei Polizisten. Glaubte er den "perfekten Mord" begangen zu haben, so gestand er die Tat, als er das Herz seines Opfers immer heftiger schlagen zu hören glaubte. Mit der Novelle "Die Kuh" von Friedrich Hebbel beschließt Hoger ihr sehr vergnüglichen, aber auch sehr makabre Lesung, die mit lang anhaltendem Beifall bedacht wurde.
Weil sein kleiner Sohn das für die Anschaffung einer Kuh zusammengesparte Geld verbrennt erschlägt der Vater diesen auf brutale Weise und erhängt sich, während schon das Brüllen der Kuh zu hören ist.
 
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